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Der schnelle Sprung vom Seitenprojekt zur etablierten Zuchtlinie.....

Auch dies wieder nur eine Spielerei ?  Ende November 2007 fragte ich  Hans Peter Neuse ober er nicht jemanden wüsste, der Tiere aus einem guten Kurzflosserstamm abgeben würde. Grund hierfür war eine Anfrage eines Zoohändlers der nach Tieren dieses Standards fragte. Kurz darauf kontaktierte mich Dr. Hans Claasen (informiert über die Guppy-Bild ;-) und teilte mir mit, dass er seine RS/MOS/Filigranen Tiere aus Platz- und Zeitmangel seine Restbestände abgeben wolle. Die "Übergabe" der Tiere fand Anfang Februar 2008 auf der BAB-Raststätte Nord in Limburg(/ Lahn statt. Die Sendung bestand aus  7 adulten Männchen, 9 adulten Weibchen und einigen halbwüchsigen Tieren. Bei der Inspektion in meinem Zuchtraum viel mir auf, dass die Männchen sehr unterschiedliche Phänotypen aufwiesen. 3 der adulten Männleins zeigten einen schönen Orangeton mit feinem Filigranmuster, einer war (wunderschön) Gelb und ein Tier zeigte kein MOS-Merkmal. Am meisten wunderte mich das Aussehen der Weibchen. Die Tiere (alle hochtragend) zeigten einen zarten roten Farbschimmer auf der Schwanzflosse und nur einige wenige ein kaum zu erkennendes Filigran. Das hatte ich aber in einigen Veröffentlichungen schon anders gelesen. Nun gut  ich trennte die Geschlechter in ein geteiltes 110 l Becken und harrte der Dinge. Um ehrlich zu sein, habe ich mir zunächst nicht sehr viel von diesem Stamm versprochen. Doch wie in so vielen Bereichen des Lebens kommt es erstens immer anders als man zweitens denkt. Breits am zweiten Tag begannen die Weibchen "um die Wette" zu laichen. Inerhalb von 2 Tagen schwammen knapp 200 Jungfische in verschiedenen Aufzuchtbecken. Ich habe die Tiere einfach abgekeschert und in die Aufzuchtbecken verteilt (im übrigen eine Vorgehensweise die keiner meiner Triangelstämme ohne Probleme mit bakteriellen Flossenproblemen erdultet hätte).

Trotz "Filigranfehler" und etwas zu grobem Muster auf Grund der hervorragenden Flossenform und dem in meinen Augen wunderschönen Saum um die Schwanzflosse  zur weiteren Zucht angesetzt

Hier eine Detailaufnahme eines für meine Begriffe makellosen Fligrans aus dem Pedunkelbereichs eines Zuchtmännchens (ener der Austellungsfische von Duisburg 2009 - 81,67 Punkte). Feine Flächung des Musters und kaum Melanoforen im farbigen Bereich !

Die zweite Überraschung beobachtete ich in den nächsten Wochen; die Tiere wuchsen ungewöhnlich schnell und problemlos auf. Auch hier wieder in verschiedenen "Ausführungen" RS, Spaten Rot/Orange und Gelb. Alles dabei;  was aber auf Grund der Vielzahl keinerlei Probleme bereitete.

Homogener, farblich sehr ansprechender Satz mit aber noch unzufriedenstellendem Filiggran  -  Standardsieger auf der Ausstellung Uckermünde 2008 - Foto : Robert Gall GPH

Die Tiere entwickelten sich außerordentlich gut ,so dass ich diese bei der Ausstellung der Guppfreunde Anfang Juni 2008 mit jeweils einem Satz gelber und Roter Tiere ausgestellt habe. Auf den Bewertungskarten an den Becken (Durchschnitt der 5 Wertungen) konnte ich sehen, dass meine Fische sehr gut abgeschnitten hatten aber  in Bezug auf die Größe einige Punkte verloren hatten was verhindert hatte, das die Fische ganz vorne auf den Wertungszetteln der Punktrichter  standen. Ich hatte einfach zu kleine Fische geschickt was mich sehr ärgerte, da ich auch größere in meinen Becken schwimmen hatte.

Ganz wichtig ist die Auswahl der Weibchen die in zwei Phänotypen (rot/orange-filigran) fallen. Die Weibchen mit dem Muster bringen deutlich besser gezeichneten Nachwuchs. Das Muster darf jedoch nicht zu grob und farblich zu kräftig sein, da dies auch die feine Filigranzeichnung auf den männlcihen Tieren zu grob werden lässt.

Schon am gleichen Abend, direkt nach meiner Ankunft zu Hause, habe ich begonnen, aus dem gut gefüllten Männerbecken die Tiere für die GKR-Ausstellung in Offenburg auszusortieren. Das Ergebnis war mein erster Ausstellungssieg  mit 81,67 Punkten. Ich habe mich sehr gefreut. An dieser Stelle auch noch mal ein Dankeschön an Dr. Hans Claasen für die tollen Fische die nicht nur durch diesen schnellen Erfolg den Sprung vom Seitenprojekt zum festen Bestandteil meiner Zucht geschafft haben.