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BLAU, BLAU, BLAU SIND ALLE SEINE FARBEN.....!
Meine Lieblingsfarbe ist blau und so stand der Entschluss fest, dass diese Farbe auch in meiner Guppyzucht eine Rolle spielen sollte. Meine ersten Männchen erhielt ich von einem Zoofachhändler im Rhein Main Gebiet (vermutlich Nachzuchten eines heimischen Guppyzüchters). Drei (tatsächlich) jungfräuliche Weibchen mit der Grundfarbe grau erhielt ich von einem anderen Zoohändler. Diese Tiere stammten aus Israel. Nach vielen Versuchen, herben Enttäuschungen und ungeduldigen Warten hatte ich nach etwa 2 Jahren meine ersten eigenen Stamm "Mokauer - Blau". Für eine zweite Linie kaufte ich dann von renomierten Züchtern männliche Tiere an. Doch erst die Einkreuzung von zwei ebenfalls angekauften weiblichen Tieren brachte im Jahre 2005 endlich die gewünschte dunkle, kräftige Blaufärbung der Fische (Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Wolfgang Brandt für die wunderschönen "Damen").
Erwähnenswert an dieser Stelle auch die Eigenarten der weiblichen Tiere dieser dunklen Linie. Die Fische werden sehr groß sind aber unglaublich vital und wirken nicht plump wie ich dies aus der Vergangenheit von sehr großen Weibchen erfahren habe. Zur Zucht verwende ich möglichst Weibchen die ebenfalls die Moskauer Merkmale zeigen. Weibchen mit einer blau eingefärbte Dorsale sowie ein ebenfalls dunkelblauer Schwanzstiel vererben die von mir begehrten dunklen Blautöne in der Folgegeneration. Zwischenzeitlich halte ich diese Fische in zwei völlig von einander unabhängigen Linien.
Moskau Blaue Weibchen sind zwischenzeitlich keineswegs mehr unscheinbar. Fische die viel Farbe zeigen können durchaus auch auf Ausstellungen bei den Weibchenwettbewerben vordere Plätze belegen.

Typisches Weibchen meiner Linie I - Sehr viele Melanophoren am Vorderkörper und auch stimmungsabhängige Farbveränderungen !
Zu der Genetik der Moskauer gibt es recht interessante Ausarbeitungen auf der Seite von P. Shadock. Ich kann nach nun mehr jahrelanger Erfahrung mit diesen Fischen sagen, dass es einige Eigenarten gibt, die diesen Stamm auszeichnen. So steht das Verhältnis der Farbintensität mit der Ausbildung standardgemäßer Beflossungen in einem direkten Zusammenhang. Je dunkler die Tiere sind, um so schwieriger ist es einen guten Standard zu bekommen. Die Flossenbegrenzungen neigen zum Einrei?en und Ausfransen; wiklich gute Fische sind meist Einzeltiere deren gute Eigenschaften sich nicht ohne Weiteres auf die nächste Generationen übertragen lassen.
Umso erstaunlicher scheint es, dass neuerliche Importe aus Taiwan tatsächlich so dunkel sind, dass sie fast schwarz erscheinen und dennoch über konstant herausragende Standards verfügen. Meine Tiere sind (obgleich auf einigen Ausstellungen bereits als "Schwarz" eingestuft) definitiv "nur" dunkelblau. Eine fotografische Aufnahme mit vollem Blitz bringt die Wahrheit an den Tag !
Der Höhepunkt meiner bisherigen züchterischen Beurteilung dieser Linie stellte die Bewertung auf der DM-Ausstellung in Berlin 2009 dar. Mein dort ausgestellter Satz verfehlte mit 83 P nur ganz knapp den Ausstellungssieg. Beim Versenden war mir klar, dass diese Fische auf dem absoluten Zenit waren aber mit diesem herausragenden Ergebnis für Blaue Moskauer hatte ich in keinem Fall gerechnet !

Deutlich bei diesen Fischen zu sehen (Ausstellung Berlin 2009) : die Tiere sind nicht wirklich "schwarz" sondern "matt-dunkelblau"- Foto : Gernot Kaden IGMX

Weibliches Tier mit sehr schöner verlängerter Rückenflosse. Interesant bei diesem Tier : Verlängerte Flossenstrahlen an der Anale !
Die ersten männlichen Moskauer Guppys brachte ein Züchter von einer Ausstellung aus Moskau im Jahre 1979 mit. Diese auf einer dortigen Ausstellung erworbenen Tiere zeigten an der vorderen Körperhälfte die stahlblaue, je nach Stimmung bis zum schwarz gehende Färbung, während die hintere Körperhälfte mit einem groben gelb- orangen Filigranmuster gezeichnet waren. Diese Fische aus russischen Zuchten tauchten immer mal wieder auf Ausstellungen auf und wurden mit Namen wie "Schwarzköpfchen" oder "Nelke" präsentiert. Die einzigartige Farbkombination und das bestechende Orange haben diese Tiere sofort zu meinen Mitfavoriten gemacht. Es stört auch nicht, dass sich bei diesen Fischen selten "perfekte" Flossenstandards ausbilden.
Über die Ursprünger der Moskauer Guppys gibt es verschiedene Geschichten. Manche behaupten, dass diese Züchttungen aus Ungarn nach Mokau kamen andere Theorien gehen davon aus, dass diese Fische Mutanten aus Atomlabors in Russland seien. Zugegebener Maßen eine spannende Fassung doch belegt ist folgende Fassung :
Die ersten Tiere wurden von Ost-Deutschen Züchteren (u.a H.Schillat) von Ausstellungen aus Moskau mitgebracht. Da dies nur männliche Tiere waren, wurden die Fische in verschiedene Linien eingekreuzt. Zeitgleich wurde von ähnlichen Versuchen aus Polen und U/ngarn berichtet; die Fische scheinen aber gleichen Ursprungs zu sein. Die ersten Fische hatten gemäß einiger "zeitgenösischer" Berichte keineswegs standardgerechte Beflossungen.
Die ersten ganz blauen Moskauer waren dann erstmal Anfang der neunziger in Deutschland zu sehen. Die Tiere ungarischer Züchter wurden auf Grund der bis dato unbekannten dunklen Deckfarbe der Grundfarbe Gold zugeordnet. Die Tiere erregten trotz mäßiger Flossenformen und eigentlich zu kleinen Körpern auf Grund der neuen Farbkombination großes Aufsehen.
Gegen Mitte der Neunziger Jahre tauchten immer mehr blaue Moskauer auf Ausstellungen aus. Mit der Verbesserung der Standards wurde das gezeigte blau immer heller. Hinzu kamen grün schimmernde Varianten und Tiere mit metallischem Glanz der sich auch heute häufig bei Import- Fischen aus Sri-Lanka- wieder findet.

Metallisch, hellblaus schimmernder Fisch. Die Tiere sind trotz des guten Standards sehr schwer auszustellen da die Fische extrem zu Farbschwankungen neigen.
Interessant und erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass es die Moskau Blauen Tiere zwischenzeitlich auch in einer albino-Variante gibt, die wirklich bemerkenswert ist. Details zu den Tieren vom Züchter Wolfgang Brandt finden sich auf folgender Seite :