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Nicht nur zur Osterzeit.....

... sollte man sich etwas intensiver mit dem "Pellen" von "Eiern" beschäftigen. Seit den frühen Achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sind dekapsulierte Salinenkrebse-Dauereier im Handel erhältlich. Nach dem sich das haltbar zu lagernde Produkt zunächst stark durchsetzte (Dank der Diskus-Scene) findet man heute die früher üblichen kleinen Gebinde nicht mehr so häufig  im Zoofachhandel. Dennoch ist das Angebot Dank Internet & Co. sehr groß und die Preise vergleichsweise niedrig. Das Entkapseln zur Herstellung von trocken  lagerbaren Cysten zur Direktverfütterung halte ich bedingt durch die recht aufwendige Dehydrierung (bzw. Nasslagerverfahren in Salzlake) für unwirtschaftlich.

Anders sieht es aus, wenn man portionsweise entkapselte Cysten direkt zum Schlupf bringt. Im Gegensatz zu den getrockneten Fertigprodukten (nicht mehr schlupffähig), lassen sich hiermit ganz hervorragende Ergebnisse erzielen. Folgende entscheidende Vorteile ergeben sich gemäß meiner Erfahrung hieraus :

  • Die für Guppys unverdaulichen Schalen (Chorion) sind definitiv nicht mehr vorhanden folglich ist keinerlei Trennung von Cysten und Schalen nach dem Schlupf erforderlich ! 
  • Es können die günstigsten Artemiaprodukte mit den niedristen Schlupfraten verwendet werden, denn auch die nicht ausgeschlüpften Cysten stellen ein hochwertiges Futter dar ( da ebenfalls entkapselt und daher problemlos verdaulich )

Nachstehend eine kleine Anleitung mit der ich gute Ergebnisse erziele:

1 HYDRIEREN

Bei vielen Anleitungen fehlt dieser Schritt. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass die lösende Chemikalie viel schneller wirkt, wenn man die Cysten vor dem eigentlichen Prozess einweicht. Ich fülle hierzu wie gewohnt etwa einen dreiviertel Liter Wasser in meine Brutflasche (ohne Salzzugabe) und Belüfte etwa 1 Stunde. Den gleichen Effekt erzielt man bei unbelüfteter Lagerung nur dauert das Hydrieren deutlich länger. Bitte in diesem Fall unbedingt kühl lagern da der ubelüftete Ansatz in warmer Umgebung nach relativ kurzer Zeit anfängt "zu gammeln".

2 DEKAPSULIEREN

Nun gebe ich der Menge die Clohrbleichlauge zu. Am günstigten ist die Verwendung von Reinigern auf Basis dieser Chemikalie. Wichtig ist, dass keine Parfüm- und Aromastoffe zugefügt sind. Die Menge der Zugabe weicht von der jeweils verwendeten Sorte Artemien ab. Ich empfehle mit einer 5% igen Zugabe zu beginnen und erst zu steigern wenn das gewünschte Ergebnis nicht innerhalb ein paar Minuten eintritt. Alta - Podukte z.B benötigen deutlich höhere Konzentrationen (15 - 20%) was sicherlich mit der Dicke der Chorionschicht zusammenhängt. Nordamerikanische Premium-Produkte aus dem Salt Lake (leider auch die teuersten) eignen sich auf für dieses Verfahren am besten.

Günstig und auch als Reiniger (wirkt desinfizierend) für die Guppyzucht gut verwendbar - Aber Achtung : Sicherheitshinweise beachten !

Die Durchführung des vorhergehenden Schritts erlaubt es vergleichsweise wenig Lauge einzusetzten. Nun wird einfach weiterbelüftet. Bereits nach wenigen Minuten kann man eine farbliche Veränderung feststellen. Die Cysten und somit die Lösung wird zunächst grau/weiß und anschließend orange.

Hier ist schön die beginnende Weißfärbung zu erkennen. Kurz nach diesem Schritt ist ein hell schimmernder Orangeton zu erkennen. Dann muss sofort mit dem Spülen begonnen werden um die empfindliche Embryonenhülle nicht zu zerstören.

Der gesamte Prozess ist innerhalb weniger Minuten abgeschlossen; man kann praktisch auf das Ergebnis warten.

3 SPÜLUNG/NEUTRALISATION

Die Flüssigkeit wird nun durch ein Artemia-Sieb gegeben und anschließend unter fließendem Wasser mehrere Minuten gut ausgespült (Geruchsprobe). Den Prozess kann man durch eine Neutralisation mit konventionellem Essig abkürzen. Hierzu einfach das Sieb kurz in den in den Essig tauchen, schwenken  und anschließend kurz spülen.

Praktisch :  das Artemiasieb unter einen Wasserhahn stellen und den Wasserzulauf so dosieren, dass die Zulaufmenge der ablaufenden Menge Wasser entspricht.

Die Nauplien können nun sofort wie gewohnt zum Ausbrüten angesetzt werden (Salzzgabe nicht vergessen !). Das Ergebnis ist absolut überzeugend ! Sollte bei Ihren ersten Versuchen eine Verklebung der Cysten festzustellen sein haben Sie die Bleichlauge zu lange einwirken lassen. Aber auch dann ist der Ansatz nicht verloren; einfach nach dem Spülen ungeschlüpft verfüttern und beim nächsten mal schneller arbeiten.

Abschließend noch ein Wort zur Sicherheit : Die diesem Vorgang verwendete Chemikalie ist mit entsprechender Vorsicht zu verarbeiten. Bevor etwas sprichwörtlich ins Auge geht lieber Schutzhandschue und Schutzbrille tragen ;-)